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Schadnagerbefall nicht unterschätzen
12. Mai 2026
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der „MV Hondius“ fragen sich viele, ob auch in Deutschland ein erhöhtes Risiko besteht. Rentokil, einer der weltweit führenden Anbieter professioneller Schädlingsbekämpfung, ordnet ein.
Der aktuelle Hantavirus-Vorfall sorgt international für Aufmerksamkeit und erzeugt bei vielen Sorgen. In Deutschland gilt dennoch: Das Risiko für die breite Bevölkerung wird von den Gesundheitsbehörden als sehr gering eingeschätzt. Entscheidend ist, dass Isolations-, Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen fachgerecht umgesetzt werden. Dazu gehört auch, die Übertragungswege früh zu erkennen.
Für eine effektive Vorbeugung ist es zunächst wichtig zu wissen, wie das Hantavirus übertragen wird: Der Erreger wird unter anderem über Urin, Kot oder Speichel von infizierten Nagetieren ausgeschieden. Für den Menschen gefährlich wird es immer dann, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird. Etwa beim Ausfegen von Kellern, Schuppen, Garagen und Lagerräumen, in denen sich die Überträger aufgehalten haben. Auch der direkte Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Ausscheidungen sollte unbedingt vermieden werden.
Ein effizienter Schutz beginnt deshalb schon beim richtigen Umgang mit ersten möglichen Schadnagerspuren. „Wer Kot, Fraßschäden, Nistmaterial oder Laufwege entdeckt, sollte diese nicht einfach trocken wegfegen oder aufsaugen“, warnt Dr. Christian Klockhaus, Director Science & Technology bei Rentokil Initial. Besser sei es, verdächtige Bereiche zunächst mit Desinfektionsmitteln zu befeuchten, Staubaufwirbelung zu vermeiden und bei der Reinigung Handschuhe und Atemschutz zu tragen, so der Experte.
Relevant für die Einordnung ist außerdem: Hantaviren sind eine Gruppe verschiedener Virustypen, die sich je nach Überträger, Verbreitungsgebiet und Krankheitsverlauf unterscheiden. Beim aktuellen Ausbruch auf der „MV Hondius“ steht das Andes-Virus im Fokus, das ursprünglich aus Südamerika stammt und zu den wenigen Hantavirus-Typen gehört, bei denen eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung dokumentiert ist.
In Deutschland ist dagegen vor allem das Puumala-Virus relevant, das primär mit der Rötelmaus in Verbindung steht. Auch das Dobrava-Virus kommt vor; es wird von der Brandmaus übertragen. Die typische Hausmaus oder die Ratte im städtischen Keller gelten in Deutschland im Regelfall nicht als Überträger von Hantaviren. „Das Risiko geht vor allem von Wildnagern aus“, bestätigt Dr. Klockhaus.
Einzelne, klar begrenzte Spuren lassen sich unter geeigneten Schutzmaßnahmen oft vorsichtig beseitigen. Anders sieht es aus, wenn der Befall stärker ist oder sensible Bereiche betroffen sind, zum Beispiel Lebensmittelbetriebe, Lagerflächen oder Gemeinschaftsbereiche. Gerade dann ist Ursachenforschung besonders wichtig: Über welchen Weg gelangen die Tiere hinein, wie aktiv ist der Befall und welche Bereiche könnten kontaminiert sein?
Rentokil setzt in solchen Fällen auf präzise Identifikation, integrierte Schädlingsbekämpfung und digitales Monitoring, etwa mit der Systemlösung PestConnect. Ergänzend kommen in Verdachtszonen professionelle Desinfektionsmaßnahmen mit viruzider Wirkung zum Einsatz.
Wer Hinweise auf Wildnageraktivität entdeckt, sollte ruhig, aber konsequent handeln:
„Der erste Schritt ist also, Schadnagerspuren nicht zu verharmlosen“, sagt Dr. Klockhaus. „Denn wer früh erkennt, wo Tiere aktiv waren, und dann richtig reinigt oder professionelle Hilfe hinzuzieht, kann die Risiken einer Ansteckung deutlich reduzieren.“
Mehr Informationen finden Interessierte unter: Hantavirus-Ausbruch 2026 - Fakten, Risiken und Prävention
Dr. Christian Klockhaus ist Director Science & Technology bei Rentokil Initial. © Rentokil Initial
Nicht jeder Nager ist Überträger. Im Zweifelsfall immer einen Experten hinzuziehen. © Rentokil Initial